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Bilder einer Ausstellung - the jazz-version
Modest Mussorgski / Stephan König

Stephan König, Klavier / Reiko Brockelt, Saxophon / Thomas Stahr, Bass / Wieland Götze, Schlagzeug

Premiere beim MDR MUSIKSOMMER 24.07.2014, Bauhaus Dessau

24.10.2014, 20 Uhr, "plan b" Leipzig (LeipJAZZig-Konzert)
12.11.2014, 20 Uhr, Bauhaus Dessau
31.05.2015, 18:30 Uhr, Alte Börse Leipzig
04.07.2015, 19 Uhr, St. Augustin Grimma
05.11.2016, 19:30 Uhr, Stadthalle Neutraubling
08.04.+14.05.2017, 20 Uhr, Kunstkraftwerk Leipzig
06.05.2017, 19 Uhr, Iffeldorfer Meisterkonzerte
05.08.2017, 20 Uhr, Theater am Rand Zollbrücke
24.+26.08.2018, 20 Uhr, Kunstkraftwerk Leipzig
11.09.2018, 20 Uhr, Elbphilharmonie Hamburg





Produktion: MDR MUSIKSOMMER
Eine Kooperation des MDR mit der Stiftung Bauhaus Dessau und der Hochschule Anhalt.
Installationen: Studierende der Hochschule Anhalt, Projekt-Leitung: Prof. Uwe Gellert
Projektkoordination und dramaturgische Beratung (Stiftung Bauhaus Dessau): Burghard Duhm
Kamera: Georg Schatz, Oliver von Zweydorff
Licht: Sebastian Czerny, Technik: Markus Wozny, Ton/Videoschnitt: Stephan König

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Mittelbayerische Zeitung, 07.11.2016, Michael Scheiner
Ein flottes Tänzchen auf Mussorgski
Der Leipziger Komponist, Arrangeur, Dirigent und Jazzmusiker Stephan König interpretierte die „Bilder einer Ausstellung“ neu.
Es war ein Hammer! Als Keith Emerson 1971 mit der Supergroup Emerson, Lake & Palmer Modest Mussorgskis Klavierzyklus „Bilder einer Ausstellung“ auf eine moderne, rockbetonte Weise neu interpretierte, stand die Popszene Kopf. Eine derartige Verbindung von klassischer Musik und Rock hatte es zuvor nur bei „The Nice“ gegeben – und auch da spielte Keith Emerson Orgel und Keyboards. Im Jazz hatte es schon früher ähnliche Versuche gegeben, die zum so genannten „Third Stream“ führten.Aber erst im zeitgenössischen Jazz sind Bearbeitungen klassischer Werke gang und gäbe geworden. Viele Jazzmusiker – vor allem Pianisten – sind in beiden Bereichen unterwegs. Ein solcher Grenzgänger ist auch der Leipziger Komponist, Arrangeur, Dirigent und Jazzmusiker Stephan König.Seine Interpretation „Bilder einer Ausstellung the jazz-version“ stellte der vielseitige Musiker in der Stadthalle Neutraubling einem begeisterten Publikum vor. Arrangiert für sein Quartett mit dem Altsaxofonisten Reiko Brockelt, dem Gewandhaus-Bassisten Thomas Stahr und Wieland Götze am Schlagzeug, präsentierte er die Originalversion des gesamten Zyklus. Das war bei Emerson, Lake & Palmer noch anders, sie ließen einige Teile unter den Tisch fallen, vermutlich bedingt durch die maximale Länge einer Schallplattenseite.Begleitet von einer Videoprojektion mit teils abstrakten, teils verspielt konkreten Bildern, stellte Königs Quartett jedes Kapitel mit dem ursprünglichen Titel und in deutscher Übersetzung vor. Blieb Königs Musik beim mehrmals wiederkehrenden Hauptthema, die „Promenade“, noch relativ nahe am Original, schlug sie in den folgenden Bildern – Gnomus/Der Gnom, Il vecchio castello/Das alte Schloss, Das große Tor von Kiev usw. – nach einem kurzen Intro deutlich jazzigere Töne an. Ein gemächlicher Blues, bei dem „Der Gnom“ sein wenig erschreckendes Unwesen trieb, wechselte nach einem geschmackvollen Duo von Piano und Saxofon in eine tänzerisch leichtes, südamerikanisches Stimmung.Beinahe andächtig ging König „Die Tuilerien“ an, wobei ein feines, stimmungsvolles Solo von Stahr auf einem sechssaitigen E-Bass dieses sanft gestimmte Stück vor dem Abgleiten in eine langatmige Träumerei bewahrte. Im nachfolgenden „Ballett der Küchlein in ihren Eierschalen“, ein luftiger Blues, wagten Piano und Schlagzeug ein flottes Tänzchen, dem ein nachdenkliches Solo auf dem Kontrabass und ein Drum-Solo die nötige Würze gaben.Nach der Pause gestaltete das Quartett den „Marktplatz“ als tänzerisch bewegtes Stück mit lateinamerikanischem Flair. Die „Katakomben“ dagegen ließen die gebannt lauschenden, vorwiegend älteren Zuhörer durch dramatische Kontraste in ein düsteres Loch fallen. König setzt in seiner Bearbeitung immer wieder auf starke Kontraste. Auf kurze heftige Attacken folgen zarte, poetische Stimmungen. Dem lauten Schrei des Saxofons steht ein superzartes Schlagzeugsolo, mit Besen nur auf den Becken gespielt, gegenüber. Knappe Improvisationen lockern das ansonsten etwas steife Kompositionsgerüst immer wieder auf – wobei man sich durchaus noch etwas mehr Biss vorstellen kann. Der begeisterten Stimmung tat das keinen Abbruch. Wie einst die Popjugend Emerson, Lake & Palmer zugejubelt hat, jubelte die ältere Jugend Neutraublings diesmal den Leipzigern um den Pianisten Stephan König zu.
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